Italien, Tag 17: San Marino und Forlì

Dann also San Marino.

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Doch zuerst Frühstück. Nach den spartanischen Mahlzeiten in unserer römischen Unterkunft war das Frühstücksbuffet in Rimini das reinste Schlaraffenland. Für meinen Mann gab es anständigen Kaffee, für mich richtig leckeren Tee. Müsli, Marmelade, Eier, Speck, Würstchen, frische Brötchen – alles, was Herz begehrte.

Danach packten wir wieder unser Auto bis oben hin voll und machten uns auf zur ältesten Republik der Welt. Der Weg war erstaunlich kurz und schon bald kurvten wir die Serpentinen zum Hochplateau hinauf. Auf halber Strecke entdeckten wir eine Seilbahn und neugierig wie wir nunmal sind, parkten wir das Auto davor und schauten, ob dies eine passende Alternative zur Straße sein könnte.

War es und noch vorm Erreichen des eigentlichen Ziels hatte der Tag seinen ersten Höhepunkt. Preislich hält sich die Fahrt im Rahmen und der Reisende landet direkt im Herzen der Altstadt. (Erwachsene Hin- und Rückfahrt 4,50€, Kinder unter 1,20m Körpergröße frei; Parkplatz 3€ für 2 Stunden.) Schon während der Fahrt hat man einen herrlichen Ausblick bis zur Adriaküste, welchen man auf der Terrasse direkt neben der Seilbahnstation weiter genießen kann.

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Wir schlenderten bei strahlendem Sonnenschein zum Piazza Libertà und bestaunten den Palazzo Pubblico und die wunderschöne Statue davor. Im Anschluss stürzten wir uns in das Wirrwarr aus kleinen Gassen, in denen sich ein Geschäft ans andere reihte. Und jeder Laden wollte seine Waren an den Touristen bringen. So sprangen uns immer wieder Verkäufer in den Weg und wollten uns überreden, doch genau ihren Laden zu besuchen. Sowas kann ich nun überhaupt nicht ab und bereits nach kurzer Zeit war ich einfach nur genervt. Ich wollte in Ruhe die Altstadt erkunden, mir die Häuser anschauen, die engen Gassen und die Atmosphäre auf mich wirken lassen, aber sobald wir stehen blieben, wurden die Verkäufer richtig zudringlich.

Zu allem Überfluss waren just in diesem Moment die Batterien der Kamera leer und der Ersatz lag gut versteckt im Auto. So mussten wir nun einen Laden finden und in den direkten Kontakt mit den aufdringlichen Verkäufern treten. Nach dem Kauf suchten wir Zuflucht in der Basilica di San Marino. Angenehm ruhig, fast menschenleer und in strahlendem Weiß gehalten, dessen Effekt durch indirekte Beleuchtung noch verstärkt wurde. Mein Mann knipste Fotos und erst beim Verlassen stellten wir fest, dass dies eigentlich verboten war.
Scusa!

Von nun an hielten wir uns von den engen Gassen und wilden Verkäufern fern und nahmen nur noch die breiten Straßen. Ein kleiner Park hinter der Basilika lädt zum Verweilen ein. An mehreren Restaurants vorbei, kamen wir zum Castello della Guaita mit dem ersten der drei Türme des Monte Titano. Auf dem kleinen Platz davor kann man weit ins Hinterland schauen.

Ein wenig aus dem ganz großen Trubel heraus, hatte ich sogar wieder den Nerv, nach kleinen Andenken und dem obligatorischen Magneten zu stöbern. Wir kauften ein paar Postkarten zum verschicken, wären aber beinahe daran gescheitert, weil wir die passenden Briefkästen nicht gefunden haben. Erst kurz vor der Seilbahnstation entdeckten wir einen und konnten den Daheimgebliebenen doch noch einen besonderen Gruß zukommen lassen.

Da wir noch ein Stückchen Weg vor uns hatten, konnten wir leider nicht so lange in San Marino bleiben, wie wir gern gewollt hätten. Vor allem die beiden anderen Türme und ein oder zwei der zahlreichen Museen hätten wir uns gerne angeschaut.

So aber machten wir uns auf den Weg nach Forlì. Die Stadt wurde in die Zielliste aufgenommen, weil ein nicht unwesentlicher Teil der Handlung von Assassin’s Creed II dort spielt. Die Stadt und ein Parkplatz in Zentrumsnähe waren schnell gefunden. Und natürlich war unser erstes Ziel eine Kirche, diesmal die San Mercuriale, welche mit ihrem markanten Turm hervorsticht. Das Innere ist vergleichsweise schlicht, sehenswert ist aber die kleine Kapelle neben dem Hauptschiff, an die sich ein kleiner Kräutergarten anschließt.

Quasi gleich um die Ecke liegt der Dom von Forlì. Diese strahlt im gewohnten Glanz, es gibt jede Menge zu sehen. Das Wichtigste allerdings: der Dom hat eine öffentliche und kostenfreie Toilette. Ein Besuch lohnt sich also gleich doppelt.

Anschließend spazierten wir zum Rocca di Ravaldino. Die Festung ist von außen wirklich hübsch anzusehen, aber leider militärisches Sperrgebiet, so dass eine Erkundung der alten Gemäuer ausfallen musste. So schlenderten wir zurück zum zentralen Platz und sahen eine Menge der Altstadt, welche wirklich schön und ruhig ist, vermutlich weil sich nur wenige Touristen dahin verirren.

Zum Ende unseres Besuchs stießen wir auf die Corso della Repubblica, die auf einer Seite von herrlichen Arkaden gesäumt wird. Kurz vorm Piazza Aurelio Saffi versperrte eine weitere Kirche unseren Weg, welche wir aber mangels Zeit links liegen ließen.

Die letzte Etappe nach Lido di Jesolo verlief ereignislos. Wir schafften es sogar noch vor Einbruch der Dunkelheit, ins Hotel einzuchecken und im letzten Restlicht des Tages den Strand zu besuchen.

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