Italien, Tag 18: Venedig I

Es gibt drei Dinge im Überfluss in Venedig: Wasser, Touristen und Kirchen.

Die Jungs waren extra früh wach und haben die Zeit genutzt, um am nahe liegenden Strand Muscheln zu suchen. Ein paar haben sie auch gefunden, hatten aber mit mehr Beute gerechnet. Nach einem reichhaltigen Frühstück machten wir uns auf die 1-stündige Fahrt nach Venedig.

Wir haben in Mestre direkt am Bahnhof geparkt. Dort gibt es eine Parkgarage, wo man sein Auto für 8€ pro Tag abstellen kann. Da ich unsicher war, wie sehr diese Möglichkeit bekannt und ausgebucht ist, habe ich noch von zuhause aus online den Parkplatz reserviert und bezahlt. Die Fahrzeugübergabe lief problemlos und direkt gegenüber auf der anderen Straßenseite ist ein Ticketschalter, an dem man die Venedig-Pässe (2-Tages-Pass 30€, optional Museen und Kirchen dazubuchbar) kaufen kann. Mit diesen Pässen kann man Zug oder Bus bis nach Venedig nehmen und in Venedig sämtliche Wasserbuslinien kostenfrei und unbegrenzt nutzen. Die Lagunenstadt ist zwar recht überschaubar, dennoch kann man sich ordentlich die Füße wundlaufen – oder aber fix den Wasserbus nehmen.

Mit unserer Ankunft in Venedig setzte auch der angekündigte Regen ein, aber wir waren vorbereitet und hatten den in Rom gekauften Schirm dabei. Dieser allerdings revanchierte sich für seine Entführung, indem er beim Aufspannen in seine Einzelteile zerfiel. Also als allererstes einen neuen Schirm gekauft, diesmal ein etwas stabileres Modell gewählt, und dann den Wasserbus Linie 5.2 nach Santa Maria dell’Orte genommen. Die Kirche ist hübsch, nur leider ist das Fotografieren verboten, weswegen wir heimlich ein paar Schnappschüsse angefertigt haben.

Weiter mit dem Wasserbus zur Haltestelle Ospedale und hier das erste Mal die kleinen, engen, verwinkelten Gassen der Stadt erlebt. Mittlerweile quälte uns ein sehr menschliches Bedürfnis, doch die öffentlichen Toiletten schlagen mit 1,50€ pro Person und Besuch zu Buche, so dass wir dringend nach einer kostenfreien Alternative Ausschau hielten. Und sie im Krankenhaus fanden. Einfach durch den schönen Eingang der Scuola Grande di San Marco gehen, den Aufgang zum Museum Anatomia Patologica rechts liegen lassen, immer gerade aus, eine kurze rechts-links-Kombination und dort sollten dann auch die ersten Hinweisschilder zu finden sein. Leider gibt es keine Karte vom Inneren des Krankenhauses, aber wenn wir uns zurecht gefunden haben, kriegen auch andere das hin 🙂

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Krankenhauseingang

Auf dem Weg zur Toilette sind wir außerdem an einer kleinen Bar vorbeigekommen, die unglaublich leckere Panini macht und diese zu anständigen Preisen verkauft. Da im gesamten Krankenhaus aus verständlichen Gründen Fotografieren verboten ist, versuchte mein Mann heimlich, ein Bild der Bar von außen zu machen. Der Drops hatte allerdings vergessen, den automatischen Blitz auszustellen, woraufhin der Eigentümer nach außen geeilt kam und wissen wollte, was wir da treiben. Mit Händen und Füßen konnte mein Mann erklären, dass wir die Bar ganz toll finden und sie in unserem Blog erwähnen wollten samt Foto. Der Eigentümer fand die Erklärung schlüssig und ließ uns unsere Brote weiter essen und die Fotos behalten.

Direkt neben dem Krankenhaus liegt die Basilica dei Santi Giovanni e Paolo. Für einen kleinen Obolus kann man sich dieses prächtige Bauwerk anschauen und man sollte die 2,50€ tatsächlich investieren. Mehr Kirche gibt es vermutlich nur im Petersdom. Wir machten dort das erste Mal mit Lichtschaltern für die Beleuchtung der unzähligen Kapellen und Altäre Bekanntschaft, eine tolle Sache, um Strom zu sparen und die wundervollen Gemälde zu schützen.

An der leider damals geschlossenen Kirche di Santa Maria dei Miracoli vorbei, gingen wir weiter in Richtung Rialto-Brücke. Ab in den Wasserbus und zur Kirche Santo Stefano. Vermutlich wollte ich wegen Assassin’s Creed dorthin, aber auch hier lohnt sich ein Besuch. Der Eintritt war sogar frei, weil wir außerhalb der Saison dort waren. Die Kleene nutzte die Gelegenheit, ordentlich ihre Windel vollzuhauen, was für uns der Anlass einer längeren Pause war. Während mein Mann (mal wieder) heimlich Fotos knippste, kümmerte ich mich um mein müffelndes, hungriges Mädchen. Da die Kirche nicht sonderlich gut besucht war, konnten wir das in aller Ruhe und ohne neugierige Blicke tun.

Mit der Santa Maria delle Vizitazione wartete bereits die nächste Kirche ganz in der Nähe auf uns, aber leider nur von außen.

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Canal Grande

Zum Glück ist aber gleich eine Wasserbushaltestelle davor und wir fuhren verschnörkelt über Zitelle nach San Zaccharia. Auch diese Kirche ist hübsch, kostete uns keinen Eintritt, allerdings mussten für beleuchtete Altäre und Kapellen 50 Cent berappt werden.

Über einen kurzen Umweg über San Marco und dem Besuch einer öffentlichen, sehr gut versteckten Toilette – 1,50€ – schlenderten wir zum Arsenale. Mittlerweile hatte es immerhin aufgehört mit regnen, aber ganz konnte die Freude darüber unsere Müdigkeit nicht verdrängen. So nahmen wir dann ein letztes Mal den Wasserbus und wurden mit einem herrlichen Sonnenuntergang über Venedig belohnt, da genau in diesem Moment die Wolkendecke aufriss.

Mit dem richtigen Bus zurück zum Parkplatz. Sie hatten unser Auto tatsächlich sicher verwahrt und so konnten wir unverzüglich Richtung Lido di Jesolo düsen, wo eine grooooße Pizza auf uns wartete.

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