Italien, Tag 11: Monsterpark

Schweren Herzens nahmen wir an diesem Tag Abschied von der Toskana und unserem kleinen, feinen Bungalow. Der Abschiedsschmerz wurde ein wenig durch das durchwachsene Wetter gelindert, welches jeder Zeit Regen versprach. Auf unserem Weg nach Rom lag wie durch Zauberhand der Monsterpark, auch Sacro Bosco oder Parco dei Mostri genannt.

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Wir fanden den Park mit Navi und den lokalen Ausschilderungen ohne Probleme und waren an diesem ersten Herbsttag die einzigen Gäste. Nach ein wenig Verwirrung fanden wir dann den tatsächlichen Eingang zum Skulpturenpark und folgtem dem auf der Karte, welche es zu den Tickets kostenlos dazu gab, eingezeichneten Rundweg.

Man sieht den Statuen, Skulpturen und Monumenten ihr Alter an. Jedes der Exemplare hat abgeschlagene Ecken oder ist von Moos oder anderen Pflanzen überwuchert, wobei der Erhaltungszustand sehr unterschiedlich ist. So fehlt dem einen Bären nur ein Ohr, während dem 5 Meter daneben stehenden Petz das gesamte Gesicht abhanden gekommen ist.

Die Erkundung des Parks war ein echtes Abenteuer für den Großen, denn der Begriff Monsterpark veranlasste ihn dazu, hinter jeder Wegbiegung oder jedem dickeren Baum ein echtes, fauchendes Ungetüm zu vermuten. Das Areal ist nicht sonderlich groß, so dass wir uns viel Zeit an den einzelnen Stationen nahmen, alle Details genau betrachten und bspw. im Schiefen Haus jedes Zimmer betraten.

Das Schöne ist, dass der Park quasi aller paar Meter seinen Charakter wechselt. War eben noch ein ausladendes Miniamphitheater zu bewundern, ist nach der nächsten Ecke ein reich verzierter Elefant zu bestaunen und wieder ein Stückchen weiter findet man sich in einem weitläufigen Park mit zur Rast einladenden Bänken wieder.

Den Abschluss des Rundgangs bildet ein kleiner Tempel, in dem das Restauratorenehepaar begraben liegt, welches den Park Mitte des letzten Jahrhunderts wieder zum Leben erweckte.

Bevor wir uns wieder auf den Weg nach Rom machten, nutzten wir den Imbiss des Parks und kauften überbackene Brote für alle, welche durchaus lecker waren. Im Picknickbereich huschte eine Katzenmama mit ihrem Baby herum und beide sahen aus, als könnten sie einiges an Futter auf ihren Rippen vertragen und so teilten wir unsere Panini mit ihnen, während das Junge als Gegenleistung für ein paar niedliche Katzenfotos posierte.

Auf dem Weg nach Rom wollte mein Mann einen Abstecher zu einem Biobauernhof zum Anfassen machen, aber selbst nach einer Stunde intensiver Suche in der näheren Umgebung fanden wir nichts und es wurde langsam Abend, so dass wir unverrichteter Dinge weiter gen Rom fuhren. Der Straßenverkehr in Rom ist optimistisch gesagt chaotisch, aber nach 5 Minuten hat man sich daran gewöhnt und wechselt ebenso rotzfrech wie die Eingeborenen über 4 Spuren die Straßenseite und ignoriert das Hupen einfach. Wir entdeckten zudem noch die billigste Tankstelle des gesamten Italienaufenthalts und konnten unser vollgetanktes Auto 10 Minuten später auf dem hoteleigenen Parkplatz abstellen. Bei der Hotelsuche war mir die prekäre Parksituation in der ewigen Stadt bereits aufgefallen, denn häufig fand ich preiswerte Hotelzimmer, welche dann aber 10 oder 15 Euro pro Tag für einen Stellplatz berechneten und schon wurde aus preiswert ziemlich teuer.

Unser Hotel (italienische Homepage) hingegen bot kostenlose Parkplätze an und war eher speziell. Wie sich bei unserem Aufenthalt dort herausstellte, war die Unterkunft extra für Pilger und Katholiken. Ein kompletter Flügel war für Anhänger des Klerus reserviert, wo diese besonders preiswert oder sogar kostenlos nächtigen konnten. Der andere Flügel war für zahlende Gäste, wobei das gern gepredigte Armutsgelübde in Ansätzen zelebriert wurde. Es gab weder Fernseher noch Kühlschrank auf dem Zimmer, dafür aber 5 Betten – zwei links, drei rechts – in einem 12 qm großen Zimmer, dazu ein kleiner Schreibtisch und zwei (!) Stühle. Dafür war das Bad mit knapp 8 qm relativ groß. An den Wänden im Schlafzimmer hing ein Kruzifix und mehre Bilder von Heiligen oder Priestern. Beide Räume waren sauber und für unsere Bedürfnisse völlig ausreichend, da wir meist ja doch nur einen Ort benötigten, um unsere Taschen abzustellen und des Nachts unsere müden Häupter zu betten, denn selten waren wir vor 20 Uhr in der Unterkunft.
Das Frühstück war einfach, aber ausreichend und das Personal richtig nett und es gab kostenfreies WLan. Die U-Bahn-Station Battistini ist nur 10 Gehminuten entfernt und knappe 30 Minuten später ist man mitten in Roms Zentrum. Wer also bereit ist, Abstriche beim Komfort zu machen, dem kann ich dieses Hotel (booking.com) nur Wärmstens empfehlen.

Nach dem Einchecken und Abladen unserer Taschen begaben wir uns zum nächsten Supermarkt, am Piazza Clemente, um dort Vorräte für die nächsten Tage zu kaufen. Auf dem Weg zurück checkten wir die lokalen Burgerbars ab, aber meinem Mann waren die alle irgendwie suspekt, so dass wir nach dem Abstellen unserer Einkäufe im Hotel in der Gegenrichtung nach einem Restaurant suchten. Wir fanden ein rumänisches Restaurant (Bistrot Romeno [Facebook], Via M. Battistini, 19/A), welches auf der Terrasse Gestelle hat, bei denen die Sitzbänke Schaukeln sind. Diese können auch arretiert werden, so dass man auf ganz normalen Bänken am Tisch sitzt. Die Speisekarte ist eben nicht typisch italienisch und nach über 10 Tagen Pizza und Pasta war diese Abwechslung sehr willkommen.

Anschließend blieb uns nur noch, ziemlich ermattet den Anstieg zum Hotel zu erklimmen und müde ins Bett zu fallen.

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Aus unseren Tagebüchern:

P.S.1: Rumänen können kein Omelett.

P.S.2: Mithotelgäste labern ohne Ende unter unserem offenen Fenster – hoffentlich bald müde.

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