Italien, Tag 10: Vinci zum Zweiten und Lucca

Beim ersten Besuch in Vinci machte uns der Hagelsturm einen dicken Strich durch die Rechnung. Bevor jedoch die Damen des Museums selbiges damals dicht machten, meinten sie, dass unsere Eintrittskarten bei einem zweiten Besuch noch gültig wären, immerhin hätten wir ja bezahlt und keine Leistung erhalten. Wir trauten dem Braten nicht ganz so und riefen vorsichtshalber im Museum an, bevor wir uns tatsächlich auf den Weg machten. Unsere Sorge war unbegründet, die Karten nach wie vor gültig und die Sturmschäden im Museum behoben. Da wir die Strecke mittlerweile gut kannten, waren wir schnell und ohne Probleme in Vinci.

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Der Hauptteil des Museums ist in einem Castell untergebracht. Es werden jede Menge nachgebauter Modelle von da Vincis Kreationen ausgestellt. Auf der Internetseite des Museums wird intensiv mit Interaktion geworben, umso enttäuschter waren wir, dass die Modelle nicht angefasst und auch nicht fotografiert werden durften. Wir hielten uns manchmal sogar an beide Verbote 😉
Auch, wenn sie sehr liebevoll und detailliert gefertigt waren, vermitteln statische Modelle kaum einen Eindruck ihrer Wirkungsweise und entsprechend enttäuscht waren wir.

In der zweiten Etage des Museums gab es dann tatsächlich eine interaktive Ausstellung, nur leider waren fast alle Beschriftungen in italienisch, was dem Verständnis nicht unbedingt zuträglich war.

Ein Höhepunkt des Museums ist jedoch die Aussicht vom Turm. Ein fantastischer, unverstellter Blick über die Vinci umgebenden Hügel der Toskana. Sehr schön!

Wir aßen erneut im Ristorante Leonardo, wiederum sehr lecker, bevor wir der Taufkirche Leonardos einen zweiten Besuch abstatteten. Beim ersten Mal war die Kirche teilweise überflutet und außerdem hat mein Mann, seines Zeichens Cheffotograf, versäumt, ein Bild des Taufbeckens zu machen. Während er geduldig wartete, bis sich eine geschwätzige Gruppe Rentner endlich vom Becken entfernte, stellte ich fest, dass eines der Bleiglasfenster wie durch ein Wunder fast komplett vom Hagel verschont worden ist. Zufall, dass es ausgerechnet ein Jesusdarstellung ist?

Nach Vinci fuhren wir nach Lucca, wo wir sofort im bekannt-berüchtigten Stau festsaßen. Nach kurzer Suche fanden wir am Bahnhof einen preiswerten Parkplatz. Als Erstes liefen wir eine gute Stunde auf der vollständig und gut erhaltenen Stadtmauer entlang, genossen den Schatten durch die zahlreichen Bäume und hatten immer wieder einen tollen Blick auf die Innenstadt und die die Stadt umgebenden Hügel.

Nachdem wir die Innenstadt einmal halb umrundet hatten, verliessen wir die Stadtmauer und schauten uns zuerst den Piazza dell’Anfiteatro an, wo früher ein Amphitheater stand, welches dem Platz nicht nur den Namen, sondern auch die elliptische Form beschert hat.

Von dort ging es weiter zum Torre dell’Orologio, den wir der Tradition folgend, unbedingt erklimmen mussten. Der Aufstieg war sehr abenteuerlich. Alte, nicht immer vertrauenserweckende und laut knarzende Holztreppen, wacklige Absätze und enge Gänge, in denen einem hoffentlich niemand gerade entgegenkommt, machen den Weg nach oben und unten zu einem echten Erlebnis. Dafür ist der Blick fantastisch. Nicht weit entfernt steht der Torre Guinigi, auf dem mehrere Bäume wachsen.

Das nächste Ziel war die Kirche San Michele in Foro. Von außen mit einer wunderschönen filigranen Fassade gesegnet, ist der Innenraum für italienische Verhältnisse geradezu spartanisch. Dennoch lassen sich auch dort schöne Details finden. (Und ab und zu sollte mal jemand die Kronleuchter putzen!)

Weiter durch die beschauliche Innenstadt zur Piazza Antelminelli mit dem Duomo di San Martino. Da unser Tagesbedarf an Kirchen bereits gedeckt war und außerdem der Dom Eintritt kostet, schenkten wir uns den Besuch.

Stattdessen fuhren wir nochmals zur Marina di Bibbona, wo der Große am Strand und ein wenig im Wasser spielen durfte, während wir einen weiteren schönen Sonnenuntergang bewunderten.

Danach noch schnell in die Stadt zu einer Frittenbude und so richtig dick Burger und Fritten zum Mitnehmen gekauft. Wir genossen unseren letzten Abend in der Toskana, an dem es das erste Mal empfindlich kühl geworden war. Konnten wir sonst bis kurz vor Mitternacht in leichten Klamotten auf der Terrasse sitzen, mussten wir uns nun dick einmummeln. Zum Glück hatten wir Sachen für alle Wetterlagen, auch spontane polare Winter, dabei 😉

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